BrnoDie Woche vor Brno war schon wieder ganz schön stressig…Das Mopped musste wieder von Straße auf Renne umgebaut werden, außerdem sollte noch vorn ein 14ner Ritzel montiert werden, damit man vielleicht auch mal den 5. Gang benutzen kann…

Das Arbeitspakt war übersichtlich und sollte ja an einem Abend zu schaffen sein, aber der Teufel steckt im Detail…erst brach die Kupplungsrückholfeder (5€) und dann drehte ich den Innensechskant einer Bremssattelschraube rund. Das bedeutete 2 Stunden dremeln um einen Schlitz in den Schraubenkopf zu bekommen, Gott sei Dank konnte sie Sven dann mit dem Schlagschrauber und einem Schlitzbit-Aufsatz rausdrehen…

Somit zogen sich die Vorarbeiten dann doch über drei Abende, aber am Sonnabend war dann doch der T4 und der Hänger gepackt, so dass wir Sonntag so gegen 13.00 Uhr nach Brno losfahren konnten.

Sonntag: Cottbus –> Brno. 500km können extram lang werden, wenn man mit einer Schrankwand(3m hoch, 2,5m breit, 5m lang und nichtmal zu 30% beladen) als Anhänger unterwegs ist…

Gegen 19.00 uhr kamen wir dann endlich am Masaryk-Ring an und bezogen Box 18. wir teilten uns die Box mit vier weiteren Leuten und es wäre noch spielend für zwei weitere Platz gewesen. Dann weiter zur Anmeldung und zur technischen Abnahme. Bei Bikepromotion war das 7-Runden-Sprintrennen im Training inklusive, allerdings wollte der Ausrichter Futz-Racing dafür nochmal 20€ extra… Naja kleiner Nepp von Bikepromotion… Man keine Leistungen von anderen Veranstaltungen als inklusive anbieten…Kann man aber als Kunde auch allein drauf kommen 😉

Am Abend gab es lecker Bier und Sandwiches aus dem neuen Sandwich-Maker. Und dazu gab es Deppenmusik bis ca. 2Uhr nachts aus Box 14. Wirkliche Arschlöcher… Es war nicht auszuhalten…Sven und ich schauten uns aus lauter Vrezwelung bei Nacht erstmal die erste Kurve an und legten uns dann mit Oropax schlafen.

Montag: Geiles Wetter. Als Neulinge in Brno, fanden wir es eine schlaue Idee uns in eine Instruktorgruppe einzugliedern. Wir wählten als Instruktor “Lars Langsam”;) Der Name täuscht… Man man man, Brno ist an manchen Stellen ziemlich wellig, besonders die erste Kurve hat im Scheitelpunkt vier oder fünf Bodenwellen. In voller Schräglage geht einen da wirklich der Arsch auf Grundeis. Ansonsten ist der Kurs ziemlich flüssig zu fahren, alle Kurven haben fast den gleichen Speed und können prima im dritten Gang gefahren werden. Wenn man schneller werden will, sollte man wahrscheinlich an manchen Ecken auch mal den zweiten Gang benutzen. Aber mir fehlte dafür immer die letzte Konsequenz, weil im Zweiten ist das Ding dann doch schon ganz schön aggro;) Am Ende von Startziel musste ich kurz mal den fünften bemühen auf allen anderen Teilen reichte der Vierte…Obwohl 14er Ritzel verbaut, ist der Hobel ist immer noch viel zu lang übersetzt.

Im zweiten Turn ist mir dann plötzlich die rote Lampe angegangen, keine Leistung mehr und der Motor drehte nicht mehr über 9.000 hinaus, das Display zeigte “F1” und ich kam mir vor wie bei einem Dejavue. Nicht schon wieder dieser Elektronikmist. Langsam lies ich den Bock ausrollen und benutzte dann die Hupe um den zeitungslesenden Streckenposten auf mich aufmerksam zu machen. Ich glaube die Jungs schauen auch nur hoch, wenn es kracht oder scheppert. Egal, den Bock auf den Schandkaren verladen und dann eine ewige Runde um den Ring zur Box 18 gedreht. Fehlercode ausgelesen und da meldete sich er sich wie ein alter Bekannter, der Fehlercode C28 –> sekundäres Drosselklappensystem. In mir machte sich Hoffnung breit, bitte lass es wieder bloß eine lose Lötstelle sein, wie das letzte mal….und ich sollte nicht enttäuscht werden…Lötkolben von einem dicken schnellen “Uwe” besorgt und den Leiterplatteanschluß nachgelötet. Dann ca. 1,5 Stunden den ganzen Kram wieder zusammengebaut und dann konnte nach der Mittagspause wieder angegriffen werden. Nachmittags lief die Mühle dann ohne Probleme. Da wir mit Instruktor fuhren, waren wir in der langsamsten Gruppe unterwegs und da war richtig viel Verkehr. Das Leistungsspektrum ist dort einfach viel zu breit. Wir hatten praktisch keine freie Runde. Egal es ging eh um die Linien-findung/zeigung…Beste Zeit war dann auch bloß eine 2.35. Abends haben wir dann im Restaurant gegessen, irgendwie konnte ich die selbstgemachten Sandwiches nicht mehr sehen;) Zurück aus dem Restaurant dann noch bei “Lars langsam” ein paar Bier gezüscht und dann ab in die Box zum Schlafen. Aber denkste, weil es wiedermal Deppenmusik aus Box 14 gab –> Schlafen mit Oropax. Warum vermöbelt man solche Kunden nicht einfach, wir sind einfach zu gut für diese Welt…

Dienstag: Und wieder geiles Wetter, Sonne satt. Früh habe ich dann beim Reifendienst von Racetec auf BT002( den uminösen Lausitzring-Highsider-Satz) gewechselt. Meine Quali für das SSP+SBK-Springrennen war nicht gerade berauschend, weil ich einfach keine freien Runden aufgrund des Verkehrs hatte und so stand ich auf Platz 51. Der Vorstart war prima, kam gut weg…Natürlich habe ich den richtigen Start wieder total versaut. Abrupter Wheely, vor lauter Panik Kupplung leicht geöffnet. Naja und dann ist typischerweise die Post schon abgefahren. Egal die erste Runde bin ich sowieso nicht gut drauf. Zweite Runde lief es schon besser und jede weitere Runde kam ich mehr in Schwung, so dass ich mich pö a pö auf 41. Gesamtplatz vorrobben konnte. Somit 26. von 33 in der SSP-Klasse. Die beste Zeit führ ich in der letzten Rennrunde, eine 2.26…

So dann zur Siegerehrung, ich wurde komischerweise nicht aufgerufen…naja vielleicht das nächste mal. Dann war freies Fahren angesagt und bei nächsten Turn hab ich Trottel dann vergessen den Stecker von den Reifenwärmer zu ziehen, als ich sie vor dem Turn von den Rädern genommen habe. Als Folge ist mir der hintere Reifenwärmer abgebrannt. Man war ich sauer, hatte ich die Wärmer nicht erst für 90€ reparieren lassen… So jetzt brauch ich einen neuen einzelnen hinteren Reifenwärmer…keine Sau verkauft Reifenwärmer einzeln…Egal nach dem ich mich fleißig geärgert hatte, bin ich dann noch zwei Turns mit viel Verkehr gefahren, 2.28iger Zeiten und da geht noch was…vorletzte Rechts vor Startziel…ging dann doch nichts mehr…Lowsider, zu zeitig und eine Tick zu viel Gas und schubs kam das Heck rum und wieder so plötzlich, dass ich es einfach erst viel zu spät mitbekomme…50m auf Asphalt gerutscht, die Kiste natürlich dabei schön bis zum Schluss festgehalten. Nicht gerade clever, aber in den Situationen ist mit Nachdenken und sinnvoll Handeln eh nicht viel…wenigstens hat sich der Bock dadurch nicht überschlagen… Kombi am Arsch durchgewetzt. Stück von der oberen Verkleidung ist abgebrochen und im Kies verschwunden, ich dachte schon auf nimmer wiedersehen. Aber ich konnte den tchechischen Streckenposten dann doch verdeutlich, das es toll wäre, wenn das Teil sich wieder auftreiben ließe. Naja dieser Streckenposten war wirklich auf Draht und hat das Teil im Kies wiedergefunden:) Super, so kann ich die Verkleidung kleben und muss sie nicht neu kaufen. Dann wieder mit dem Schandkarren eine kleine Weltreise gemacht, aber diesmal wirklich ewig…einmal rings um den ganzen Ring… 20 Minuten hinten auf dem Motorrad im Schadkarren hocken, fande ich dann auch nicht mehr lustig. Egal, was steckt man nicht alles weg…irgendwann wurde ich dann doch zur Box 18 kutschiert und der freundliche Sven nahm mir gleich die Kiste ab. So langsam bekommt er Routine im Abladen meiner Motorräder vom Schadkarren…Ich bin dann zum Duschen gegangen und Sven durfte mir danach auf meinen durchgeriebenen Arsch Flüssigpflaster auftragen. Man das Zeug ist echt die Hölle, das brennt so pervers und Sven hatte sichtlich Freunde beim Auftragen. Dann haben wir langsam eingepackt und den Hänger dann über Nacht in die Box geschoben. Den Tag ließen wir dann bei der Futz-Abschlußveranstaltung ausklingen, für nen Zehner gab es Bier und Essen soviel man wollte. Zurück in der Box wieder Deppenmusik aus Box 14 –> schlafen mit Oropax.

Mittwoch: Regen, schlechtes Wetter. Früh nen Kaffee und dann um 9.00 Uhr Abreise mit dem T4 und der Schrankwand nach Cottbus…8 Stunden Autofahrt mit Asphaltflechte am Allerwertesten ist nicht so toll;)

Bestandaufnahme: 85+35+87 Liter Sprint verfahren, zwei Sätze Reifen runter gefahren…Kombi im Arsch, Außenstiefel durchgerieben, Rastenanlage links im Arsch, Puig-Verkleidungscheibe kaputt, Frontverkleidung abgebrochen, Heckverkleidung angeschrabbelt, Sturzpad links zersplattert, neue Kratzer am Topf und nicht zu vergessen, ein angekratztes Ego. ABER nicht zu vergessen, ne ganze Menge Spaß gehabt!